Mit geschätzt mehr als 400 000 verschiedenen Algenstämmen verfügen Mikroalgen über enorm breite Anwendungsmöglichkeiten. Proteinreiche Mikroalgen, wie die Spirulina-Alge (Arthrospira plantensis) mit einem Proteingehalt von bis zu 70 %, eignen sich hervorragend als Futtermittel im Aquakulturbereich als auch in der konventionellen Landwirtschaft. Mikroalgen sind weiterhin für die Lebensmittel-, Pharma- und Kosmetikindustrie aufgrund ihrer hochwertigen Inhaltsstoffe von Interesse. Mikroalgen, insbesondere die Spirulina- und Chlorella-Algen, werden darüberhinaus auch als Nahrungsergänzungsmittel verwendet.
Der Anbau von Soja in Südamerika ist mitverantwortlich für die Rodung von Urwäldern und zerstört dortige Lebensräume für Tiere. Dabei werden schätzungsweise mehr als 7 Mio. Tonnen Soja bzw. Sojamehl pro Jahr allein aus Brasilien in die EU importiert. Mikroalgen stellen ein ideales Substitut für Sojaprodukte dar, da diese über ein bis zu doppelt so hohes Proteingehalt verfügen. Nach eigenen Berechnungen können 1 Tonne Mikroalgen dabei als Substitut für Soja bis zu 3 500 Quadratmeter Wald schützen und vor der Rodung bewahren.
Die traditionelle Landwirtschaft ist in verschiedener Hinsicht in der Kultivierung von Nahrungs- und Futtermitteln limitiert, weil Ackerflächen begrenzt sind, große Mengen an Wasser benötigt werden und passende klimatische Bedingungen vorauszusetzen sind. Der Klimawandel stellt hier eine wachsende Gefahr für die Nahrungssicherheit dar. Mit unserer Technologie werden diese Limitationen aufgehoben. Die geschlossenen Photobioreaktoren können unabhängig von äußeren klimatischen Bedingungen eingesetzt werden und sind sowohl horizontal aus auch vertikal skalierbar. Damit wird eine sehr viel höhere Flächeneffizienz erreicht als in der traditionellen Landwirtschaft.
Durch die Photosynthese der Mikroalgen wird während des Algenwachstums aktiv CO2 gebunden. Damit können Photobioreaktoren in Kreislaufsysteme von CO2-Emittenten eingebunden werden und den Kohlendioxidausstoß reduzieren.